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Begreifen durch Begreifen Didaktisch-therapeutisches Holzspielzeug naturbelassen und robust von Eltern eines schwerstbehinderten Kindes Thomas Böttger

Christine Böttger und unser Sohn Thomas 1991 in einer Kinderarztpraxis von uns gestaltet

Christine Böttger und unser Sohn Thomas 1991

Begreifen durch Begreifen 

 Dies ist der Leitgedanke, der  uns als Eltern eines 1972 geborenen schwerstgeschädigten Sohnes (verstorben Mai 1997) und  einer 1977 geborenen gesunden Tochter, Justine Böttger seit 1983 zur Gestaltung und Herstellung von Holzspielzeug speziell für Behinderte anregte. Grundlage für die Gestaltung sind die Erfahrungen mit unserem Sohn,  Kontakte zu Ärzten, Schwestern, Physiotherapeuten und Behinderten  in vielen verschiedenen Einrichtungen, bei  Elternseminaren usw.
Alle Spielzeuge sind  handgefertigt, wodurch es zu Abweichungen  in Form und Größe kommen kann.
Die Spielzeuge sind robust verarbeitet (vererbbar) nicht oder nur mit Speiseöl behandelt - somit belutschbar.    
Gern sind wir bereit, bei Elternseminaren, Kinderfesten usw. das Spielzeug nach Vereinbarung vorzustellen.

Haben Sie eine Idee für ein Spielzeug oder Hilfsmittel für Ihr liebes behindertes Kind fragen Sie uns bitte ob wir Ihnen bei der Gestaltung und Herstellung helfen können.  



Die mit * gekennzeichneten Spielzeuge sind für Kinder unter 3 Jahren ungeeignet! 

Folgende Spiele und Hilfsmittel wurden und werden bei uns in verschiedenen Varianten und Formen angefertigt:
Greiflinge ( Handschmeichler )  auch  klappernd  in unzähligen Formen vorwiegend für die Frühförderung, in Zusammenhang  mit der "sanften Brille" nach Prof. Möllmann aber auch bei Komapatienten, Klappern für Kleinstkinder nur mit Bio-Speiseöl behandelt.
*Greifformen mit Bohrung zum Fädeln auf einem dicken Strick mit Holznadel. Die Größe der Bohrung entscheidet über die Schwierigkeit.
* Aus einfachen Holzformen mit z.T. verschiedenen Oberflächen können aufeinander gesteckt z.B. Männel oder Bäume gestaltet werden.
*Steckhäuser stellen ein einfaches Puzzle dar, denn das Dach und der Schornstein passen nur in einer bestimmten Lage zusammen. Alle Häuser haben unterschiedliche Formen. Dies ermöglicht die Schwierigkeit schrittweise über die Anzahl der Häuser zu erhöhen.
* Verschiedene Stecktiere können mit zwei Händen Zerlegt bzw. zusammengebaut werden. Geschoben werden diese mit einer Hand die Beine sind immer Walzen. Die Gestaltung dieser Tiere ( Schildkröte, Krokodil und Igel) sind nicht so ganz eindeutig, damit auch einmal ein kleines "Streitgespräch" entsteht.

* Nicht ganz so einfach (selbst für manche Erwachsene) sind die räumlichen Puzzle  wie Baum, Quader und Zylinder.
* Das Puzzleei und die Puzzlemaus sind Spiele, wo zwei Teile erst einer Bohrung zugeordnet werden müssen. Ein 3. Teil passt erst, wenn die ersten zwei Teile auch richtig  gedreht worden sind. Bei diesem Spiel stellen wir immer wieder fest, wie gut Blinde mit den Händen sehen.
* Klappern stellen wir für verschiedene Bewegungen her. Die Klappern füllen wir nach dem Wunsch der Kunden.
So z.B. sind Klappern für Taube meist mit recht schwerem Material gefüllt, damit die Schwingung über den Arm gespürt werden kann. Für sehende Kinder ist es natürlich reizvoll, wenn sie in der Klapper durch ein Kristall oder Glaskugel schauen können. 

* Klappern zum Rollen sollen optisch und akustisch zum Krabbeln anregen.
* Holzharfen in verschiedenen Ausführungen und Größen Hölzer mit unterschiedlichen Oberflächen.
* Röhrenholztrommel für Rythmusübung auch Taube spüren die Schwingungen über den Arm.
* Zum Erlernen der Schraubbewegung haben wir verschiedene Gewindestangen und "Muttern" aus Holz und ein Auto, welches auch nur in einer bestimmten Art zusammengeschraubt werden kann. Ist es richtig so kann das Kind zur Belohnung damit fahren.

* Bei der Arbeit mit Autisten ist der Balancestab entstanden. Auf zwei Rundstäben werden rollende Körper  wechselweise zum Autisten bzw. zum Therapeut bewegt. Da sich die Stäbe verdrehen lassen ist es auch ein recht schwieriges Geschicklichkeitsspiel für eine Person zur Schulung  der Koordination.
Die bis jetzt beschriebenen Spiele sind in einem bestimmten Zeitraum für alle normalentwickelten Kinder einsetzbar. Da die Entwicklung bei Behinderten sehr unterschiedlich ist, finden diese in allen Altersgruppen Einsatz und werden vornehmlich während der Therapie  verwendet.

In einem Heim für geistig Schwerstbehinderte erlebten wir einmal, wie ein großer Junge gerade den ganzen Fußbodenbelag in 1000 kleine Stücke zerzupfte. Wir fragten die Betreuer warum er überhaupt kein Spielzeug hat. Sie sagten, daß er es nur aus dem Fenster wirft. Diese Tatsache war für uns Anlaß Spiele zuentwickeln, die nur in einem bestimmten Raum bewegt oder betastet werden können.
Es hat sich als sinnvoll erwiesen die Spielwände  den speziellen Anforderungen nach Absprache mit den Betreuern und Therapeuten zu variieren. und zugestalten (war Sonderanfertigung für blindes Kind).
Wir legen Wert  darauf, daß alle Spiele möglichst viele Reize ansprechen, bei nicht Benutzung dekorativ sind und den Betreuern und Therapeuten bei ihrer oft nicht einfachen Arbeit eine angenehme Hilfe sind.
Alle Spielzeuge sind vorwiegend aus einheimischen Hölzern handgefertigt und nur mit Speiseöl oder nicht behandelt - somit belutschbar verschiedene Oberflächen erhöhen das Tasterlebnis.
Die Gestaltung und Herstellung von Spielzeug nach Ihren Vorstellungen ist nach Absprache meistens möglich. So entstand z.B. ein 3 X 4 m großes Wandbild Arche Noah zum Tasten und Spielen im Eingangsbereiches eines integrativen Kindergartens.

Dankbar sind wir unserem schwerstgeschädigten Sohn Thomas, der uns Eltern das Gefühl für die Wünsche Behinderter sehr nahe gebracht hat. Sicher hat er trotz seiner Behinderung schon vielen Menschen damit geholfen.
Von Behinderten haben wir gelernt das Wesentliche vom Unwesentlichen zutrennen. Dafür sind wir trotz Verzicht auf viele Dinge im Leben sehr dankbar. Wir glauben, daß  die Behinderten mit ihrer Ehrlichkeit und Lebenserfahrung eine Hilfe  für uns durch materielle Bedürfnisse behinderten in dieser Überflußgesellschaft ein Schatz aber nicht eine Last sein dürfen. Wollen wir mit den Behinderten lernen diese Gesellschaft gerechter zugestalten.