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Begreifen durch Begreifen Didaktisch-therapeutisches Holzspielzeug naturbelassen und robust von Eltern eines schwerstbehinderten Kindes Thomas Böttger
Dies ist der Leitgedanke, der uns als Eltern eines 1972 geborenen schwerstgeschädigten Sohnes (verstorben Mai 1997) und einer 1977 geborenen gesunden Tochter, Justine Böttger seit 1983 zur Gestaltung und Herstellung von Holzspielzeug speziell für Behinderte anregte. Grundlage für die Gestaltung sind die Erfahrungen mit unserem Sohn, Kontakte zu Ärzten, Schwestern, Physiotherapeuten und Behinderten in vielen verschiedenen Einrichtungen, bei Elternseminaren usw.
Alle Spielzeuge sind handgefertigt, wodurch es zu Abweichungen in Form und Größe kommen kann.
Die Spielzeuge sind robust verarbeitet (vererbbar) nicht oder nur mit Speiseöl behandelt - somit belutschbar.
Gern sind wir bereit, bei Elternseminaren, Kinderfesten usw. das Spielzeug nach Vereinbarung vorzustellen.
Haben Sie eine Idee für ein Spielzeug oder Hilfsmittel für Ihr liebes behindertes Kind fragen Sie uns bitte ob wir Ihnen bei der Gestaltung und Herstellung helfen können.
Die mit * gekennzeichneten Spielzeuge sind für Kinder unter 3 Jahren ungeeignet!
Folgende Spiele und Hilfsmittel wurden und werden bei uns in verschiedenen Varianten und Formen angefertigt:
* Greiflinge ( Handschmeichler ) auch klappernd in unzähligen Formen
vorwiegend für die Frühförderung, in Zusammenhang mit der "sanften
Brille" nach Prof. Möllmann aber auch bei Komapatienten, Klappern für Kleinstkinder nur mit Bio-Speiseöl behandelt.
*Greifformen mit Bohrung zum Fädeln auf einem dicken Strick mit
Holznadel. Die Größe der Bohrung entscheidet über die Schwierigkeit.
*
Aus einfachen Holzformen mit z.T. verschiedenen Oberflächen können
aufeinander gesteckt z.B. Männel oder Bäume gestaltet werden.
*Steckhäuser stellen ein einfaches Puzzle dar, denn das Dach und der
Schornstein passen nur in einer bestimmten Lage zusammen. Alle Häuser
haben unterschiedliche Formen. Dies ermöglicht die Schwierigkeit
schrittweise über die Anzahl der Häuser zu erhöhen.
* Verschiedene
Stecktiere können mit zwei Händen Zerlegt bzw. zusammengebaut werden.
Geschoben werden diese mit einer Hand die Beine sind immer Walzen. Die
Gestaltung dieser Tiere ( Schildkröte, Krokodil und Igel) sind nicht so
ganz eindeutig, damit auch einmal ein kleines "Streitgespräch" entsteht.
* Nicht ganz so einfach (selbst für manche Erwachsene) sind die räumlichen Puzzle wie Baum, Quader und Zylinder.
*
Das Puzzleei und die Puzzlemaus sind Spiele, wo zwei Teile erst einer
Bohrung zugeordnet werden müssen. Ein 3. Teil passt erst, wenn die
ersten zwei Teile auch richtig gedreht worden sind. Bei diesem Spiel
stellen wir immer wieder fest, wie gut Blinde mit den Händen sehen.
* Klappern stellen wir für verschiedene Bewegungen her. Die Klappern füllen wir nach dem Wunsch der Kunden.
So
z.B. sind Klappern für Taube meist mit recht schwerem Material gefüllt,
damit die Schwingung über den Arm gespürt werden kann. Für sehende
Kinder ist es natürlich reizvoll, wenn sie in der Klapper durch ein
Kristall oder Glaskugel schauen können.
* Klappern zum Rollen sollen optisch und akustisch zum Krabbeln anregen.
* Holzharfen in verschiedenen Ausführungen und Größen Hölzer mit unterschiedlichen Oberflächen.
* Röhrenholztrommel für Rythmusübung auch Taube spüren die Schwingungen über den Arm.
*
Zum Erlernen der Schraubbewegung haben wir verschiedene Gewindestangen
und "Muttern" aus Holz und ein Auto, welches auch nur in einer
bestimmten Art zusammengeschraubt werden kann. Ist es richtig so kann
das Kind zur Belohnung damit fahren.
* Bei der Arbeit mit Autisten ist der Balancestab entstanden. Auf zwei
Rundstäben werden rollende Körper wechselweise zum Autisten bzw. zum
Therapeut bewegt. Da sich die Stäbe verdrehen lassen ist es auch ein
recht schwieriges Geschicklichkeitsspiel für eine Person zur Schulung
der Koordination.
Die bis jetzt beschriebenen Spiele sind in einem
bestimmten Zeitraum für alle normalentwickelten Kinder einsetzbar. Da
die Entwicklung bei Behinderten sehr unterschiedlich ist, finden diese
in allen Altersgruppen Einsatz und werden vornehmlich während der
Therapie verwendet.
In einem Heim für geistig Schwerstbehinderte erlebten wir einmal, wie ein großer Junge gerade den ganzen Fußbodenbelag in 1000 kleine Stücke zerzupfte. Wir fragten die Betreuer warum er überhaupt kein Spielzeug hat. Sie sagten, daß er es nur aus dem Fenster wirft. Diese Tatsache war für uns Anlaß Spiele zuentwickeln, die nur in einem bestimmten Raum bewegt oder betastet werden können.
Es hat sich als sinnvoll erwiesen die Spielwände den speziellen Anforderungen nach Absprache mit den Betreuern und Therapeuten zu variieren. und zugestalten (war Sonderanfertigung für blindes Kind).
Wir legen Wert darauf, daß alle Spiele möglichst viele Reize ansprechen, bei nicht Benutzung dekorativ sind und den Betreuern und Therapeuten bei ihrer oft nicht einfachen Arbeit eine angenehme Hilfe sind.
Alle Spielzeuge sind vorwiegend aus einheimischen Hölzern handgefertigt und nur mit Speiseöl oder nicht behandelt - somit belutschbar verschiedene Oberflächen erhöhen das Tasterlebnis.
Die Gestaltung und Herstellung von Spielzeug nach Ihren Vorstellungen ist nach Absprache meistens möglich. So entstand z.B. ein 3 X 4 m großes Wandbild Arche Noah zum Tasten und Spielen im Eingangsbereiches eines integrativen Kindergartens.
Dankbar sind wir unserem schwerstgeschädigten Sohn Thomas, der uns Eltern das Gefühl für die Wünsche Behinderter sehr nahe gebracht hat. Sicher hat er trotz seiner Behinderung schon vielen Menschen damit geholfen.
Von Behinderten haben wir gelernt das Wesentliche vom Unwesentlichen zutrennen. Dafür sind wir trotz Verzicht auf viele Dinge im Leben sehr dankbar. Wir glauben, daß die Behinderten mit ihrer Ehrlichkeit und Lebenserfahrung eine Hilfe für uns durch materielle Bedürfnisse behinderten in dieser Überflußgesellschaft ein Schatz aber nicht eine Last sein dürfen. Wollen wir mit den Behinderten lernen diese Gesellschaft gerechter zugestalten.